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Roland Barthes

(1915-1980)

"Text der Lust: der befriedigt, erfüllt, Euphorie erregt; der von der Kultur herkommt, nicht mit ihr bricht, an eine behagliche Praxis der Lektüre gebunden ist. Text der Wollust: der in den Zustand des Sichverlierens versetzt, der Unbehagen erregt (vielleicht bis hin zu einer gewissen Langeweile), die historischen, kulturellen, psychologischen Grundlagen des Lesers, die Beständigkeit seiner Vorlieben, seiner Werte und seiner Erinnerungen erschüttert, sein Verhältnis zur Sprache in eine Krise bringt. Das ist ein anachronistisches Subjekt, das beide Texte in seinem Bereich hält und in seinen Händen die Zügel der Lust und der Wollust, denn es hat zu gleicher Zeit und widersprüchlicherweise am tiefen Hedonismus jeder Kultur teil (die friedlich in ihn eindringt als eine Lebensart, zu der auch die alten Bücher gehören) und an der Zerstörung eben dieser Kultur: es geniesst die Beständigkeit seines Ichs (das ist seine Lust) und sucht seinen Verlust (das ist seine Wollust). Das ist ein zweifach gespaltenes, zweifach perverses Subjekt."

Roland Barthes, Die Lust am Text

Lebensdaten

1915      Roland Barthes wird am 12. November in Cherbourg geboren
1916      Tod des Vaters bei einer Seeschlacht in der Nordsee
1916-24 Kindheit in Bayonne
1924      Umzug nach Paris
1924-30 Schüler des Lycée Montaigne
1930-34 Schüler des Lycée Louis-le-Grand; 1. und 2. Abitur 1933 und 1934
1935-39 Studium der Klassischen Literatur an der Sorbonne
1939      Licence; Gründung einer Theatergruppe für antikes Theater
1939-40 Lehrer an der Quarta und Tertia am Neuen Gymnasium von Biarritz
1940-41 Repetitor und Lehrer an den Gymnasien Voltaire und Carnor in Paris; 
             Diplomarbeit über die griechische Tragödie
1941      Rückfall der Lungentuberkulose 1942 Aufenthalt im Studenten-Sanatorium 
             in Saint-Hilaire-du-Touvet/Isère
1943      Rekonvaleszenz in Paris; letzte Prüfungen zur Licence
1943      Rückfall der rechten Lunge
1943-45 Erneuter Aufenthalt im Studenten-Sanatorium in 
             Saint-Hilaire-du-Touvet/Isère
1945      Pneumotorax im rechten Brustfell
1946-47 Rekonvaleszenz in Paris
1948-49 Lehrer am Französischen Institut von Bukarest und Lektor an der  
            Universität Bukarest
1949-50 Lektor an der Universität Alexandria/Ägypten
1950-52 Tätigkeit in der Direction générale der Kulturbeziehungen in Paris, 
             Abteilung Unterricht
1952-54 Praktikant am C.N.R.S. (Centre National de la Recherche Scientifique), 
             Abteilung Lexikologie
1954-55 Literarischer Berater bei den Editions de l'Arche
1955-59 Forschungsassistent im C.N.R.S., Abteilung Soziologie
1960-62 Abteilungsleiter der VI. Sektion der Ecole Pratique des Hautes Etudes, 
             Wirtschafts- und Gesellschaftswissenschaften
1962      Direktor an der Ecole Pratique des Hautes Etudes, Schwerpunkt: 
             Soziologie der Zeichen, Symbole und Repräsentationen
1977      Lehrstuhl für Semiologie der Literatur am Collège de France
1979      Tod der Mutter
1980      Roland Barthes stirbt am 26. März an den Folgen eines Verkehrsunfalls

 

 


  

Dokumente

Welche Bedeutung hat Roland Barthes' "S/Z" für die Literaturwissenschaft?

Wo liegt Roland Barthes' "Empire des signes"?

 

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