|
Home
Was ist Philosophie?
Philosophiegeschichte
Philosophen
Platon
Descartes
Kant
Marx
Freud
Heidegger
Benjamin
Camus
Barthes
Deleuze
Derrida
Bildergalerie
Primärtexte
Forum
Shop
Links
Impressum
|
Walter
Benjamin
(1892-1940)
"Das wahre Bild
der Vergangenheit huscht vorbei. Nur als Bild, das auf Nimmerwiedersehen
im Augenblick seiner Erkennbarkeit eben aufblitzt, ist die Vergangenheit
festzuhalten."
Walter
Benjamin, Über den Begriff der Geschichte
"Es gibt ein
Bild von Klee, das Angelus Novus heisst. Ein Engel ist darauf dargestellt,
der aussieht, als wäre er im Begriff, sich von etwas zu entfernen, worauf
er starrt. Seine Augen sind aufgerissen, sein Mund steht offen und seine
Flügel sind ausgespannt. Der Engel der Geschichte muss so aussehen. Er
hat das Antlitz der Vergangenheit zugewendet. Wo eine Kette von Begebenheiten
vor uns erscheint, da sieht er eine einzige Katastrophe, die unablässig
Trümmer auf Trümmer häuft und sie ihm vor die Füsse schleudert. Er möchte
wohl verweilen, die Toten wecken und das Zerschlagene zusammenfügen. Aber
ein Sturm weht vom Paradiese her, der sich in seinen Flügeln verfangen
hat und so stark ist, dass der Engel sie nicht mehr schliessen kann. Dieser
Sturm treibt ihn unaufhaltsam in die Zukunft, der er den Rücken kehrt,
während der Trümmerhaufen vor ihm zum Himmel wächst. Das, was wir den
Fortschritt nennen, ist dieser Sturm."
Walter
Benjamin, Über den Begriff der Geschichte
Lebensdaten
1892
Walter Benjamin wird am 15. Juli geboren
1902-12 Besuch des gymnasialen Zweigs der Kaiser-Friedrich-Schule in
Charlottenburg
1905-07 Zweijähriger Aufenthalt im Landerziehungsheim Haubinda
1912 Abitur in Berlin; Beginn der Freundschaft mit dem Dichter C. F. Heinle
1912-15 Studium der Philosophie in Freiburg i. B. und in Berlin. Mitarbeit in
der
Freien Studentenschaft
1914 Benjamin lernt seine zukünftige Frau Dora Sophie Pollak kennen; Freitot
von C. F. Heinle
1915 Erste Bekanntschaft mit G. Scholem
1915-17
Fortsetzung des Studiums in Münschen
1917 Heirat mit Dora Pollak; Freistellung vom Militärdienst und Übersiedlung
in
die Schweiz
1917-19
Fortsetzung des Studiums in Bern
1918 Geburt seines Sohnes Stefan; Bekanntschaft mit Ernst Bloch
1919 Promotion 'summa cum laude' in Bern mit der Arbeit "Der Begriff der
Kunstkritik
in der deutschen Romantik" 1920 Rückkehr nach Berlin
1921 Zeitschriftprojekt "Angelus Novus"
1921-22 "Wahlverwandtschaften-Essay"
1924 Erste Niederschrift des "Trauerspielbuchs"; Liebe zu Asja Lacis
1925 Scheitern der Habilitation
1927 Palästinensische Pläne; erste Haschischexperimente
1928 Rowohlt publiziert "Einbahnstrasse" und "Ursprung des deutschen
Trauerspiels"
1929 Erstes Zusammentreffen mit Bertolt Brecht
1930 Scheidung von Dora Pollak
1932 Arbeit an der "Berliner Chronik" auf Ibiza; plant, sich das Leben zu nehmen
1933 Beginn der Arbeit für das Institut für Sozialforschung
1934-35 In Paris Wiederaufnahme der "Passagen-Arbeit"
1940 Benjamin schreit die Thesen "Über den Begriff der Geschichte"; im Juni
Flucht mit seiner Schwester nach Lourdes; im August erhält er durch die
Mermittlung Max Horkheimers ein Einreisevisum in die USA; im
September vergeblicher Versuch, über die Pyrenäen nach Spanien zu
entkommen; am 26. September nimmt sich Walter Benjamin im
spanischen
Grenzort Port-Bou
das Leben
|

Dokumente
Das Verhältnis von historischem Materialismus und Theologie in
Benjamins 'Thesen über den Begriff der Geschichte'
|